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Mut zur Veränderung –

oder wieso es sich lohnt, alle Sichtweisen zu akzeptieren und aus festgefahrenen und vorgegebenen Denkmustern auszubrechen.

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„Das einzig Beständige ist der Wandel“ – diesen philosophischen Spruch kennen viele. Für uns ist aber auch Stabilität ein wichtiges Gut und beides – Wandel und Stabilität – scheinen sich konträr gegenüber zu stehen und man wird sehr oft der Versuchung ausgesetzt, sich entweder für das Eine oder für das Andere zu entscheiden. Für ein persönliches und auch für ein gesellschaftliches Wachstum ist jedoch beides notwendig.

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eränderungen prägen unser ganzes Leben und es ist nicht nur eine philosophische Phrase, dass das einzig Beständige der Wandel ist. Bei persönlichen und uns allein betreffenden Angelegenheiten läuft dieser Veränderungsprozess meist im Stillen oder im Kreise von ein paar wenigen Vertrauten ab. Oder aber wir verschließen uns den Veränderungen, behalten den Status Quo bei und tragen die Konsequenzen allein. Vielleicht ist auch noch das direkte Umfeld davon betroffen, wenn wir diesen Prozess durchlaufen haben und eine andere Denk- und Sichtweise entwickelt haben, die unser Verhalten beeinflusst oder andere Werte und Haltungen, eine andere Reihenfolge und Prioritäten bekommen haben.

Anders sieht es bei gesellschaftlichen oder unternehmerischen Veränderungen und Umbrüchen aus, die viele Menschen betreffen. Diese sind größtenteils langwieriger und hier einen Wandel ins Rollen zu bringen ist umso schwieriger, je mehr Menschen dabei mit ins Boot gebracht werden müssen. Das ist mit unserem Bedürfnis nach Sicherheit verbunden, denn alles, was uns bekannt ist, erscheint uns erst einmal sicher und dieser uns bekannte Zustand soll und muss erhalten bleiben. Es ist der sprichwörtliche sichere Hafen und egal ob dieser von außen betrachtet, nützlich oder fördernd für uns, unsere Gesundheit, unser Leben etc. ist, tun wir alles dafür, dass dieser erhalten bleibt. Es gibt eine Übereinstimmung und eine Identifikation damit – zumindest mit dem überwiegenden Anteil davon, das dieses bekannte System definiert. Andere Denk- und Sichtweisen, die dieses System infrage stellen, werden von diesem erst einmal nicht akzeptiert, sie werden ausgeschlossen oder sie werden von dem System absorbiert, um es stabil und in Ist-Zustand zu halten, das uns Sicherheit und Ruhe verspricht.

Am Anfang steht die Krise

Wie eingangs und philosophisch geschrieben, ist das einzig Beständige der Wandel und als Auslöser für einen Wandel steht sehr oft eine, in welcher Form auch immer geartete Krise. Ich möchte anhand der Klima-Krise diesen Prozess, der derzeit in vollem Gange ist, zeigen und hoffe, damit etwas zur Beruhigung und Besonnenheit beitragen zu können. Denn im Moment ist nicht nur die globale Temperatur am Steigen, sondern auch die Gemüter werden erhitzter und es beginnen sich Lager zu bilden, die sich gegenseitig bekämpfen. Damit wird Energie für persönliche Scharmützel gebunden, die woanders sinnvoller eingesetzt werden könnte. Ich beginne mal mit einer Frage und zwei provokanten Antwortmöglichkeiten, die mit ein paar Überzeichnungen versehen sind (in der Kommunikation und in der Psychologie gibts ja das Stilmittel der Übertreibung.): Zu welchem Lager gehören Sie – entweder ganz oder teilweise?

Wachsen und immer mehr haben

Ist es die Fraktion Nr. 1, die sagt: Weiter so! Wir müssen immer wachsen, wachsen, wachsen und immer mehr haben! Schließlich ist unser Leben endlich, nur ein kurzer Augenblick. Den müssen wir aufs Maximum genießen, denn es ist ja eh bald vorbei mit uns. Wir haben es uns ja die letzten Jahrzehnte und Jahrhunderte schwer erarbeitet und wir Menschen sind nicht umsonst die Krone der Schöpfung, die sich an allen Bodenschätzen der Erde bedienen kann, darf und soll. Ethik ist gut und recht und schön – sofern sie sich an die Zahlen der Effizienz, die ökonomischen Notwendigkeiten und industriellen Gesetzen hält, die ja schließlich gelten und damit gesetzt sind. Die Natur und die Erde sind für uns ein ökonomischer Marktplatz, die Ressourcen an Bodenschätzen und die Energie aus Kohle, Öl und Gas sind ökonomische Güter. Ziel ist Wachstum und Gewinn und wenn das stets vorhanden ist, dann geht es auch den Menschen in diesem System gut. Denn wenn dieses System gesund ist, ist auch automatisch der Mensch darin gesund. Schließlich ist er ja Teil dieses Systems.

Verzweiflung und Apokalypse

Oder ist es die Fraktion Nr. 2, die an der Zukunft verzweifelt und den Menschen für zu blöd zum Überleben hält, weil scheinbar keiner die Dringlichkeit erkannt hat, die es braucht, um die Erde zu retten – und uns Menschen natürlich auch. Wir steuern offenen Auges auf eine Apokalypse zu; auf dem Erdball wird es eine Verschiebung der Bevölkerung geben, Hungersnöte und Kriege werden uns treffen, wenn wir nicht sofort etwas tun und radikal umschwenken. Bei den Prophezeiungen über die Auswirkungen des Klimawandels und den damit einhergehenden Katastrophen wäre es auch kein Wunder, wenn wir wütend die Politik, die Wirtschaft und die mitspielende Gesellschaft anklagen und alles Legale und Illegale versuchen, um irgendwie Gehör zu bekommen. Warum kapiert es denn keiner, dass die Erde – oder nennen wir sie lieber Gaia – ein Ort der Harmonie ist, den wir nicht ausrauben dürfen, denn die Güter, Bodenschätze, Nahrungsmittel etc. sind knapp und endlich. Mit dem Raubbau an den Ressourcen machen wir uns schuldig, der Existenz und dem Leben gegenüber.

Die Konsequenz unseres Verhaltens

So stehen sich Fraktion Nr. 1 und Fraktion Nr. 2 gegenüber, beide mit ihren Argumenten, beide in der Überzeugung, dass ihre Sichtweise die richtige ist und beide mit der Ansicht, dass sie die Wahrheit sprechen. Alle werden in den Nachrichten und in diversen Talkshows gehört, bringen ihre Argumente vor und zeichnen damit ein Bild, das oftmals nur ein Kopfschütteln zulässt. Die Fraktion Nr. 1 scheint die Zeichen der Zeit komplett zu ignorieren und sich über alles zu erheben. Dieses System ist träge und lässt keinen – oder nur sehr schwierig – Wandel zu – und es ist sicher und stabil. Das sind zwei Dinge, die für uns existenziell wichtig sind: Sicherheit und Stabilität. Dabei dürfen wir allerdings eines nicht vergessen: Wir haben das als Gesellschaft die letzten Jahre und Jahrzehnte so definiert, wie wir es jetzt erleben. Unser Fokus lag vor Allem auf Wachstum und auf Wohlstand und wenn wir dem aus dem Huna stammenden Prinzip namens „Makia“, dass Energie der Aufmerksamkeit folgt, Glauben schenken, ist es kein Wunder, dass wir das jetzt erleben, was wir gerade erleben. Es ist die Konsequenz aus unserem Verhalten als wohlstands- und wachstumsorientierte Gesellschaft bzw. aus dem, was wir dafür halten. Es ist die eine Seite des Pendel-Ausschlages.

Die Fraktion Nr. 2 zeichnet ein düsteres Bild, von dem, was uns blüht, wenn wir so weitermachen wie bisher. Es sind vor allem eines, das sie antreibt: Prognosen. Vermutungen, was in Zukunft passieren könnte und die Gefahr bei solchen Vermutungen ist, dass sie auch unseren Blick darauf trüben, wer wirklich die Verantwortlichkeit hat und uns in eine Ohnmacht befördert, die einem Bewusstsein für strukturierte und besonnene Handlungsfähigkeit die Luft abschneidet. Folglich ist das auch keine tragfähige Basis und die Sichtweisen der Fraktion Nr. 2 können sehr leicht zu sogenannten selbsterfüllenden Prophezeiungen werden, wenn dies uns voll und ganz einnimmt. Das wollen wir mit Sicherheit auch nicht und wir sind uns vermutlich alle dahingehend einig, dass wir eine Veränderung brauchen. Was allerdings die 2. Fraktion mit sich bringt, ist das Bewusstsein, dass Veränderungen wirklich, wirklich notwendig sind und sozusagen den Ball ins Rollen bringen. Mit längerem Atem und mit mehr stichhaltigen Argumenten, als die Fraktion 1, auch wenn sie nicht genügend umsetzbare Lösungen für zukünftige Handlungsweisen bereithalten. Sie sind sozusagen der Pendel-Ausschlag auf die andere Seite, der den Wandel so weit voranbringt, dass in der Gesellschaft und Gemeinschaft ein Raum entsteht, der eine neue Entscheidungs-, Handlungs- und Sichtweise zulässt, der in der stabilen 1. Fraktion allein noch unmöglich wäre.

Zwei Dinge zwei Faktoren

Somit war die zuvor gestellte Frage, zu welchem Lager sie sich zählen, ein Stück weit provokant. Zur Lösung tragen immer beide Seiten des zitierten Pendels bei und wenn es uns gelingt, dass wir beide Seiten akzeptieren können bzw. ihre Berechtigung erkennen, können wir entspannt eine Lösung entwickeln. Das ist Huna, das sind beide Seiten des Pendels, das ist Anspannung und Entspannung, das ist Ying und Yang. Zwei Dinge, zwei Fraktionen in diesem Beispiel, die vollkommen gegensätzlich erscheinen und trotzdem zusammengehören, um einen Platz zu schaffen, für einen notwendigen Wandel, der eine neue und andere Sichtweise entstehen lässt. Der deutsche Zukunfts-Forscher Matthias Horx beschreibt dies als „blaues Narrativ“. Im Falle des Klimawandels bedeutet das, dass im Gegensatz zu den zuvor in den Fraktionen 1 und 2 beschriebenen Sichtweisen:

  • die Klima-Krise als Selbstkorrektur des Systems zu sehen ist.
  • sich viele Möglichkeiten im Fortschreiten des Wandels bilden.
  • sich die Natur als ein resilientes und dynamisches System darstellt.
  • der Mensch einschließlich seiner Technologien ein Teil dieser Natur ist.
  • die Erde ein Ort der Fülle an Energie und Ressourcen ist, wenn man die richtigen Technologien zur Gewinnung, Speicherung, Transformation und Regeneration hat und einsetzt.

Das Huna Prinzip „Pono“

Das mag vielleicht wie eine Utopie klingen und ist in der jetzigen Sichtweise, die sich darauf beschränkt, entweder zu Fraktion 1 oder zu Fraktion 2 zu gehören, für viele nicht vorstellbar. Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass eine Wandlung zu einer anderen, bislang für unmöglich gehaltenen Denk- und Handlungsweise begonnen wurde und immer mehr an Fahrt aufnimmt. Frei nach dem siebten Huna-Prinzip „Pono“, das aussagt, dass die Wirksamkeit das Maß der Wahrheit ist. Wir stellen immer mehr fest, dass die bisherige, uns Stabilität verleihende Gesellschaftsform nicht mehr wirklich stimmig ist, dass stetiges Wachstum einfach nicht möglich ist und all das auch nicht mehr wirklich funktioniert, weil wir uns und der Erde schaden. Wir stellen aber auch fest, dass entmutigende, Angst und Panik verursachende Entwicklungsszenarien und die oft radikalen Anschauungen, die das ins Bewusstsein rufen möchten, genauso wenig einen Boden bietet, auf dem Lösungen wachsen können. Folglich bleibt nur ein Weg irgendwo dazwischen, die entstehende oder bereits vorhandene Spannung und Unsicherheit in uns auszuhalten und uns immer wieder daran erinnern, was uns bei Herausforderungen und Krisen unterstützen und Kraft verleihen kann. Die schon mehrfach angesprochenen Prinzipien im Huna sind eine Möglichkeit dazu, die lauten:

  • IKE – Die Welt ist das, wofür Du sie hältst. Wenn wir andere Ergebnisse wollen, sollten wir beginnen, anders zu denken.
  • KALA – Es gibt keine Grenzen. Die Hindernisse sind meist nur in unserem Mindset vorhanden, denn im Grunde sind wir frei und dürfen alles denken, erschaffen, kreieren.
  • MAKIA – Energie folgt der Aufmerksamkeit. Oder die Frage: Welchen Drachen füttere ich – den, der mich schwächt, oder den, der mich stärkt?
  • MANAWA – Jetzt ist der Augenblick der Macht. Vergangenheit ist vorbei, die Zukunft noch nicht eingetreten. Also sollten wir jeden Moment da sein, wo wir sind und von da aus handeln.
  • ALOHA – Lieben heißt glücklich sein mit… Wie wäre es, wenn wir Aufmerksamkeit und Dankbarkeit zukommen lassen, die uns leben lässt – und alle anderen auch?
  • MANA – Alle Macht kommt von innen. Folglich sind wir alle in der Verantwortung, was wir aus unserem Leben machen und es kann keinen anderen Schuldigen geben.
  • PONO – Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit. Wir alle sind echt, wir sind wirksam, wir alle machen etwas für die Wahrheit.

Mahalo! Heinz

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